Presseschau - April 2014
Artikel der Lausitzer Rundschau vom 08.04.2014

Handwerk aus Weißwasser für San Diego

artikel0804 01Foto: Gabi NitzscheFirma Nickel-Fenster will acht Millionen Umsatz im Jahr 2014 erreichen / Amerikaner sind sehr zufrieden Weißwasser Die Firma Nickel Fenster GmbH in Weißwasser ist mit ihren Produkten bei Bauherren in Deutschland gefragt, aber auch in den USA. Wohnanlagen in Kalifornien sind mit Fenstern aus der Lausitz ausgestattet, berichtet Geschäftsführer Gottfried Haberhausen.

Die Weißwasseraner Firma Nickel-Fenster produziert Fenster für denkmalgeschützte Gebäude und große Wohnanlagen wie zum Beispiel das Projekt "Schöneberger Ufer" in Berlin. Zurzeit werden die Holzfenster in der Werkstatt gefertigt. Inzwischen kann Gottfried Haberhausen wieder lachen.

artikel0804 02Foto: Gabi NitzscheVor einem Jahr war ihm das vergangen. Das mittelständische Unternehmen plagte eine "Staupe", umschreibt er rückblickend die Situation. "Wir hatten drei Millionen Auftragsbestände und konnten durch den langen Winter nichts abarbeiten, weil die Kunden mit ihren Bauvorhaben nicht vorankamen." Haberhausen schüttelt mit dem Kopf und meint: "So etwas habe ich noch nie erlebt." Die Nickelaner mussten sich über die Zeit hangeln, denn so richtig los ging es erst im September. "Dann aber richtig gut, und 2014 konnten wir gut zulegen", resümmiert der Chef. Nach einem Umsatzeinbruch auf sechs Millionen Euro 2013 strebt der Fenster-Prouzent jetzt erneut acht Millionen an. Die Auftragslage stimme optimistisch. "Wir haben sehr große Aufträge bekommen. Zum Beispiel Fenster im Umfang von 1,2 Millionen Euro für Wohnhäuser an der Prager Straße in Leipzig." Ähnlich umfassend die Produktion von Holzfenstern für das Leipziger Klangwerk, eine riesige Wohnanlage. "Diesen Auftrag realisieren wir derzeit." Gleiches treffe für ein Vorhaben in Berlin zu – das Schöneberger Ufer. "Hier sind es Fenster in Summe von 700 000 Euro." Die Firma Nickel sei derzeit gut ausgelastet bis Ende September. "Denn das Kuriose ist, wenn man viel zu tun hat, kommt immer mehr", weiß Haberhausen und fügt hinzu: "Wir sind gerade dabei, zwei weitere große Aufträge in Deutschland abzustimmen. Wenn das gelingt, könnten wir 2014 Ende April bereits abschließen."

Im Juni beginnen die Weißwasseraner mit dem nächsten Projekt in den USA. Erneut eine zwei- bis dreistöckige Wohnanlage im kalifornischen San Diego. "Sie wollen unbedingt Fenster wie im Taschenberg-Palais in Dresden", berichtet Haberhausen. Alles in allem 150 Holz-Aluminium-Fenster.

Dem Firmenchef sind die Amerikaner liebe Kunden, sagt er und begründet das so: "Sie gehen zu hundert Prozent in Vorkasse und sind zufrieden mit unseren Leistungen." Nach langer Zeit bahnen sich wieder Geschäfte für die Weißwasseraner in Russland an. Eigentümer Haberhausen ist zuversichtlich, dass lukrative Projekte bevorstehen. Ende Mai sind intensive Gespräche mit Architekten, Planern und Bauherren vorgesehen.

Gottfried Haberhausen zeigt den Kalender vom Dresdener Zwinger mit Nickel-Fenstern. 40 000 Fotos wurden eingereicht, zwölf genommen.

artikel0804 03Foto: Gabi Nitzsche

Volle Auftragsbücher sind die eine Seite. Doch rund werde die Sache nur dank des Teams, weiß Haberhausen, der Nickel-Fenster vor sieben Jahren übernahm. "Unsere Leute haben im März 13 Prozent Mehrleistung erbracht. Sie sind richtig gut dabei und interessiert. Es ist ja auch schöner, wenn jeden Tag ein Lkw mit Fenstern von uns den Hof verlässt und nicht nur aller paar Tage." Bei Nickel-Fenster werden die Mitarbeiter leistungsentlohnt.
Im Mai und Juni wird in der Werkstatt eine Luftbefeuchtung installiert. 80 000 Euro nimmt Gottfried Haberhausen in die Hand und verbessert damit die Arbeitsbedingungen. Damit entspreche man künftigen Umweltbedinungen.
Dann sei da noch etwas, was die Nickelaner stolz mache. Die Firma Roto – ein Hersteller von Fensterbeschlägen – hat einen Jahreskalender herausgeben. Das Dezember-Blatt schmückt ein Foto mit dem Dresdener Zwinger, das mit Nickel-Fenstern ausgestattet wurde. "Insgesamt gab es 40 000 Bewerber. Dass wir zu den zwölf ausgewählten gehören, ist toll", so Haberhausen.

Zum Thema:
Bis zum Jahr 2016 will Gottfried Haberhausen, alle Kredite zurückgezahlt haben. Nach seinen Angaben wären das in Summe drei Millionen Euro. Der gebürtige Sachse übernahm Nickel-Fenster vor sieben Jahren, nachdem er den Betrieb zwei Jahre davor in der Insolvenz leitete.

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